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Vielfalt als Stolperstein?
Jeder Mensch ist von den eigenen Vielfaltsdimensionen geprägt. Sie haben Einfluss auf unser Handeln und darauf, wie wir andere Menschen und ihr Verhalten wahrnehmen und bewerten. Meist sind wir uns des Einflusses der verschiedenen Vielfaltsdimensionen nicht bewusst. Vielfalt ist wie eine Brille, von der man vergisst, dass man sie trägt. Dies kann zu Konflikten führen.
Eine durch Generationszugehörigkeit unterschiedliche Herangehensweise, fehlendes Wissen bezüglich der Abläufe in einer Behörde aufgrund einer Fluchtbiographie, das Nutzen von veralteten Rollenbildern und Begriffen – ist man in solchen Situationen nicht für den Einfluss von Vielfalt sensibilisiert und in der Lage, kompetent zu agieren, entstehen schnell persönliche Verstimmungen mit realen Konsequenzen. Eine Zusammenarbeit scheitert, eine Aufgabe kann nicht erfolgreich abgeschlossen werden, Beteiligte fühlen sich missverstanden oder nicht gehört, der Frust wächst.
Schauen wir zudem nur durch unsere eigene „Vielfaltsbrille“, nehmen wir oft die Bedarfe und Zugangshürden für anders vielfältige, kleinere Gruppen nicht wahr. Dadurch werden diese – meist unbewusst – von Teilhabe, ob am Arbeitsplatz oder in der Gesellschaft, ausgeschlossen. Ein Beispiel hierfür ist die noch fehlende, wenn auch stetig zunehmende Barrierefreiheit.
Hinzu kommt, dass einzelne Vielfaltsdimensionen in unserer Gesellschaft ungleich bewertet werden. Dadurch bestehen zwischen ihnen hierarchische Beziehungen. Diese unterschiedlichen Machtverhältnisse führen zu Vorurteilen, Ausgrenzung und im schlimmsten Fall zu Diskriminierung und sogar Gewalt.
Es wird deutlich, dass Vielfalt vor allem dann einen Stolperstein darstellt, wenn ihr Einfluss im Arbeitsalltag oder gesellschaftlichen Miteinander nicht berücksichtigt wird.
Eine Sensibilisierung für Vielfalt – die eigene und die der anderen – im Rahmen eines Diversity-Trainings stellt einen ersten Schritt dar, um diesen Stolperstein aus dem Weg zu räumen.